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Datum: 05.11.2018

Akademische Gedenkfeier zu Ehren von Professor Dr. Wolfgang Schrage Die Evangelisch-Theologische Fakultät veranstaltet am 5. Dezember 2018 eine Akademische Gedenkfeier zu Ehren ihres am 22.10.2017 verstorbenen Fakultätsangehörigen Professor Dr. Wolfgang Schrage. Die Feierstunde findet um 11.00 Uhr im Festsaal der Universität statt.

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Die Evangelisch-Theologische Fakultät veranstaltet am 5. Dezember 2018 eine Akademische Gedenkfeier zu Ehren ihres am 22.10.2017 verstorbenen Fakultätsangehörigen Professor Dr. Wolfgang Schrage. Die Feierstunde findet um 11.00 Uhr im Festsaal der Universität statt. Festredner ist Prof. Dr. Reinhard von Bendemann von der Ruhr-Universität Bochum. Der Vortrag trägt den Titel „CRUX sola est nostra Theologia – Die paulinische Kreuzestheologie im Spannungsfeld neutestamentlicher Wissenschaft und konfessioneller Selbstfindungsdiskurse“

Eine kurze Zusammenfassung des Festvortrags:

„CRUX sola est nostra Theologia" – Die paulinische Kreuzestheologie im Spannungsfeld neutestamentlicher Wissenschaft und konfessioneller Selbstfindungsdiskurse“

Dass Gott im Kreuz, der an Jesus vollzogenen römischen Strafe für Sklaven und Verbrecher, zum Heil der ganzen Welt gehandelt hat, gilt weithin als Mitte und Sinnspitze der Theologie des Apostels Paulus. Diese Meinung verbindet sich auslegungsgeschichtlich auf das Engste mit dem „Wort vom Kreuz“ (1. Korinther 1,18-25), wie Luther es 1518 bei der Leipziger Disputation kritisch gegen die theologische Erkenntnislehre der Scholastik in Anschlag gebracht hat. Seitdem wird die Kreuzestheologie als eine Art identity marker und Alleinstellungsmerkmal wahrer protestantischer Theologie beurteilt. Der Vortrag zeigt demgegenüber: Was in der jüngeren und jüngsten Theologiegeschichte als „Kreuzestheologie“ gilt, basiert auf Konstrukten, die sich konfessionellen Selbstfindungsprozessen seit dem 16. Jahrhundert und insbesondere unwiederholbaren theologiegeschichtlichen Konstellationen des 20. Jahrhunderts verdanken. Die kreuzestheologischen Aussagen im corpus Paulinum unterscheiden sich von solchen späteren Konstrukten signifikant, obgleich diese beanspruchten, die Stimme des Apostels selbst zur Geltung zu bringen. Müssen wir uns damit in rebus crucis bei Paulus vom protestantischen Erbe verabschieden? Wo steht die neutestamentliche Wissenschaft 500 Jahre nach der Leipziger Disputation in Sachen paulinische Kreuzestheologie?

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