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Datum: 11.04.2020

Bericht vom Blockseminar 'Conflict & Peace' in Jerusalem Unter Leitung von Prof. Löhr hat Ende Februar eine kleine Gruppe Studierender am Blockseminar "Conflict & Peace" in Jerusalem teilgenommen.

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Die Frage, wie Frieden zu schaffen und zu bewahren ist, beschäftigt in Zeiten des Rechtspopulismus und einer immer weiter voranschreitenden Radikalisierung auch die Kirchen in Deutschland. Jerusalem gehört zu den Orten, an denen diese Thematik in besonderer Weise spürbar ist. Die Erfahrungen, die dort alltäglich zu machen sind, sind zu reflektieren. Eine der Teilnehmerinnen aus der Bonner Gruppe hat dazu einen Bericht verfasst:

Um an einem interdisziplinären und ökumenischen Blockseminar zum Thema „Peace & Conflict“ (24.-28.2.) teilzunehmen, verließen drei Rheinländer unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Hermut Löhr an Karneval die Heimat, um nach Jerusalem zu reisen. Das Seminar stand im Kontext der langjährigen Zusammenarbeit der Praktischen Theologie der Universität und der Führungsakademie der Bundeswehr. In den Räumen der Erlöserkirche im Zentrum der Jerusalemer Altstadt widmete sich das Seminar der Frage, wie (auch) in und nach Kriegs- und Krisenzeiten Versöhnung gelingen und Frieden sowohl geschaffen als auch bewahrt werden kann. Um diesen Themen bereits im Vorfeld näher zu kommen, hatten die einzelnen Gruppen Case Studies erarbeitet, die dann im Kontext des Seminars präsentiert und diskutiert wurden. Die Case Studies beleuchteten u.a. das Schicksal der Trappisten-Mönche des Klosters Notre-Dame de l’Atlas in Tibhirine im algerischen Atlas-Gebirge und die bis zum heutigen Tag andauernde Versöhnungsarbeit in Ruanda nach dem Genozid im Jahr 1994.

Diese Beiträge wurden durch Vorträge von Experten ergänzt, die sich seit Jahren aktiv in der Friedensarbeit zwischen Israelis und Palästinensern einsetzen. Auf diese Weise erhielten die Teilnehmer des Seminars aus einer Innenperspektive heraus wertvolle Einblicke in den Nahostkonflikt, die gegenwärtige Situation in Israel und Jerusalem und die Herausforderungen, die der Einsatz für Versöhnung und Frieden mit sich bringt. Als besonders bereichernd wurde empfunden, dass die Experten selbst unterschiedlichen religiösen Gruppen angehörten und daher unterschiedliche Positionen in diesem Konflikt vertraten. Zu den Vortragenden zählten u.a. Sami Adwan, Mitbegründer und Direktor des Instituts PRIME (Peace Research Institute in the Middle East), und Salim Muanayer, Direktor von Musalaha, einer gemeinnützigen Organisation in Jerusalem, die die Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern mit Prinzipien wie Friede, Gerechtigkeit und Liebe fördert.

(Carla Weitensteiner)

 

Ein ausführlicher Bericht wird in der nächsten Ausgabe der Fakultätszeitschrift "pro facultate" erscheinen.

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