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Datum: 01.04.2020

Studienreise – Peru 2020: Auf der ,Suche‘ nach dem Heiligen Geist!

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Studienreise – Peru 2020

Im Rahmen der Seminare Pfingstlich-charismatische Theologie (SoSe 2019) und Die theologische Bedeutung des Leibs am Beispiel des Pentekostalismus (WiSe 2019/2020) hatten dreizehn Studierende der Evangelisch-Theologischen Fakultät Bonn die Möglichkeit im Februar/ März 2020 die Vielfalt pentekostaler Kirchen und Theologien aus der Nähe kennenzulernen. Mein Anliegen lag darin, den Studierenden zu ermöglichen, sich nach der theoretischen Auseinandersetzung in den Seminaren als teilnehmende Beobachtende ein konkreteres Bild des religiösen Feldes Perus, insbesondere des Pentekostalismus, machen zu können.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die religiöse Weltkarte durch die pfingstlichen und charismatischen Kirchen deutlich verändert. Vor allem auf den außereuropäischen Kontinenten Asiens, Afrikas und Amerikas haben diese Kirchen großen Erfolg. Es ist noch nicht allzu lange her, dass von ihnen und ihrer leiblichen Erfahrungs- und Geistheologie an deutschen Universitäten geschwiegen wurde. Doch glücklicherweise hat sich das in der letzten Dekade deutlich verändert.

Dennoch, so mein Eindruck, beschäftigt sich deutsche Theologie vor allem aus der Perspektive ihrer eigenen Tradition mit dem ,pfingstlichen Phänomen‘. Ich plädiere hingegen dafür, in einen wissenschaftlichen Austausch mit den Pfingsttheologen*innen weltweit zu treten. Dabei geht es darum, nicht über die pfingstlich-charismatischen Theologien zu ,urteilen‘, sondern vielmehr darum, sich mit ihren Vertretern*innen im ökumenischen Geist theologisch zu verständigen.

In diesem ökumenischen Geist wollte ich mit dem Angebot der Studienreise Raum für Begegnung schaffen, der sich nicht vor dem Fremden verschließt, sondern interessiert und von Neugier geleitet der wechselseitigen Verständigung dient. Diesen Raum hat es trotz aller Sprachbarrieren, kulturellen und theologischen Unterschiede aus meiner Sicht gegeben. Die persönlichen Erfahrungsberichte der Teilnehmenden geben einen kleinen Einblick in die zum Teil sehr persönlichen Erlebnisse der Studierenden!

Die Erfahrung am eigenen Leib ebnet den angemessenen Weg, die pfingstliche Wirklichkeit näher kennenzulernen. Der theoretischen Beschäftigung im Seminar konnten die Studierenden auf diese Weise ihre eigene praktische Erfahrung zur Seite stellen, die ihnen ermöglicht hat, sich persönlich und theologisch mit der pentekostalen Theologie auseinanderzusetzen. Das konkrete Erleben der Leib-Geist-Theologie bzw. der dynamischen Ekklesiologie der Klänge und Gefühle öffnet eine ganz andere Perspektive auf das zunächst fremde und unbekannte ,Phänomen‘ und fordert uns auf, unsere eigene theologische Herangehensweise für nicht unantastbar zu halten.

Die Studienreise nach Peru war nicht nur eine Reise in eine fremde Kultur, sondern in eine christliche Welt körperlich gelebter Frömmigkeit, die zunächst ,erschrecken‘ mag, auf den zweiten Blick aber neue Impulse gibt, sich mit dem eigenen theologischen Denken, der Bedeutung von Alterität und Ökumene, auseinander zusetzen. Ich danke Johanna Schwarz, Henriette von Harnier und Angelique Wagner für den Exkursionsbericht „Peru 2020“. Ebenso danke ich Herrn Prof. Dr. Michael Schulz (Philosophie und Theorie der Religionen) für die Bereitschaft, mich auf der Studienreise zu begleiten.

Dr. Ulrike Sallandt

April 2020

Erfahrungsberichte der Teilnehmerinnen finden Sie auf der Webseite der Exkursion.

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