Sie sind hier: Startseite Aktuelles Nachrichten aus der Evang.-Theol. Fakultät KIRCHE(N) IM UMBRUCH, ABBRUCH, AUFBRUCH? – HISTORISCHE, SOZIOLOGISCHE UND THEOLOGISCHE ANALYSEN
Datum: 27.02.2020

KIRCHE(N) IM UMBRUCH, ABBRUCH, AUFBRUCH? – HISTORISCHE, SOZIOLOGISCHE UND THEOLOGISCHE ANALYSEN Ein interdisziplinärer Studientag, veranstaltet vom Zentrum für Religion und Gesellschaft (ZERG) in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät, der Katholisch-Theologischen Fakultät und dem Alt-Katholischen Seminar der Universität Bonn

— Kategorie: ,

Ein interdisziplinärer Studientag, veranstaltet vom Zentrum für Religion und Gesellschaft (ZERG) in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät, der Katholisch-Theologischen Fakultät und dem Alt-Katholischen Seminar der Universität Bonn

Datum:

29. April 2020 (10:00-16:30 Uhr)

Ort:

Festsaal der Bonner Universität

Universitätshauptgebäude, Am Hof 1, 53113 Bonn

Zielgruppe:

Lehrende und Studierende der Bonner Universität

Anmeldung:


 über eCampus unter dem Kurstitel

 "Kirche(n) im Umbruch, Abbruch, Aufbruch?"

Hinweis: Alle regulären Lehrveranstaltungen der Evangelisch-Theologischen Fakultät an diesem Tag zwischen 10 und 18 Uhr fallen wegen des Studientags aus.

 

Dem christlichen Glauben wird nach Auffassung des römisch-katholischen Systematikers Hans-Joachim Höhn eine dreifache Erwartungshaltung entgegengebracht: a) rationale Vertretbarkeit, b) existentielle Verlässlichkeit und c) sozio-kulturelle Vermittelbarkeit. Existentielle Verlässlichkeit und rationale Vertretbarkeit ergeben sich dabei gerade aus der sozio-kulturellen Vermittelbarkeit: Damit der christliche Glaube auch zum Glaubensvollzug wird, bedarf es der zwischenmenschlichen Begegnung als gelebte Praxis und der Übersetzung von Gottes Zuwendung zum Menschen durch Jesus Christus in die menschlichen Lebensverhältnisse, also der „Einheit von Gottes- und Nächstenliebe“ (Höhn).

Diese dreifache Erwartungshaltung geht allerdings mit einem massiven Verlust an Plausibilität und Ansehen der Kirchen einher. Konnte man vor etwa zehn Jahren die Entwicklung aufgrund zunehmend pluraler Lebenswelten noch unterschiedlich beurteilen und sowohl einerseits eine weiter zunehmende Säkularisierung als auch andererseits einen Bedeutungsanstieg prognostizieren, scheint heute der Trend eindeutig: So geht man nach neuesten Studien mit Blick auf die evangelischen Kirchen von einer Halbierung der Mitglieder bis zum Jahr 2060 aus. Neben demographischen Faktoren werden hierfür auch kirchenspezifische Kriterien genannt, wie bspw. ein Rückgang der Kindertaufen sowie ein unausgeglichenes Verhältnis von Kirchenaus- und -eintritten. Kirchen sehen sich zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, eigene Traditionen und Glaubensinhalte, aber auch diakonische Aufgaben beibehalten zu wollen und sie zugleich vor den eigenen Mitgliedern sowie nach außen hin rechtfertigen zu müssen, woraus sich wiederum Fragen der Kompetenz und der Integrität sowie Probleme finanzieller Art ergeben.

Die Vertreter und Vertreterinnen der Kirchen und der Theologie wie auch die Kirchenmitglieder reagieren auf diese Entwicklung einerseits mit Ratlosigkeit – auf der anderen Seite sind aber allenthalben neue Arten der religiösen Kommunikation, der pastoralen und karitativen Versorgung und der Gottesdienstgestaltung zu beobachten.

 

Vor diesem Hintergrund stellt sich eine Reihe von Fragen, welche im Rahmen eines interdisziplinären Studientages des ZERG aus historischen, soziologischen sowie theologischen Perspektiven analysiert werden sollen:

  • Befindet sich Kirche in einer Phase des ‚Ab-, Um- oder Aufbruchs‘? Inwiefern ist diese Phase als ‚Krise‘ zu bezeichnen, und welche Herausforderungen sowie Chancen gehen damit einher?
  • Welche Argumentationslinien zeichnen sich ab, was folgt aus ihnen für die kirchliche Praxis, und welche Konsequenzen ergeben sich hieraus im Umgang mit der eingangs genannten dreifachen Erwartungshaltung gegenüber Kirche(n)?
  • Inwiefern besteht ein Zusammenhang zwischen langfristigen Prozessen und konjunkturellen Krisen, und lassen sich innerhalb der Konfessionen jeweils spezifische (Krisen-?) Phänomene beobachten?

Programm

bis 10:00
Anreise
10:00-10:30 Begrüßung und Einstieg: Prof. Dr. Wolfram Kinzig (Universität Bonn, ZERG)
10:30-12:00

Block I: Kirchenhistorische Perspektive
Moderation: Prof. Dr. Wolfram Kinzig (Universität Bonn, ZERG)

Ia: Kirchengeschichte (ev.): PD Dr. Gisa Bauer
Universität Leipzig, Theologische Fakultät, Institut für Kirchengeschichte

Ib: Kirchengeschichte (kath.): Prof. Dr. Klaus Unterburger
Universität Regensburg, Fakultät für Katholische Theologie, Lehrstuhl für Mittlere und Neue Kirchengeschichte

12:00-12:30
Mittagspause
13:00-14:30

Block II: Religionssoziologische und praktisch-theologische Perspektive
Moderation: Prof. Dr. Jochen Sautermeister (Universität Bonn, ZERG)

IIa: Religionssoziologie: Prof. Dr. Detlef Pollack
Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften, Institut für Soziologie, Lehrstuhl für Religionssoziologie

IIb: Kirchentheorie: Prof. Dr. Peter Scherle
Theologisches Seminar der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Herborn

14:30-14:45 Kaffeepause
14:45-15:30

Block III: Systematisch-theologische Perspektive
Moderation: Prof. Dr. Cornelia Richter (Universität Bonn, ZERG)

III: Systematische Theologie: Prof. Dr. Hans-Joachim Höhn
Universität zu Köln, Philosophische Fakultät, Institut für Katholische Theologie, Lehrstuhl für Systematische Theologie und Religionsphilosophie

15:30-16:30

Block IV: Gemeinsame Abschlussdiskussion aller Beteiligten
Moderation: Prof. Dr. Andreas Krebs (Universität Bonn, ZERG)

16:20-16:30 Rückblick und Abschluss
ab 16:30 Abreise

 

Artikelaktionen