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Forschung

Forschungsschwerpunkte

  • Religiöse Vorstellungen der (biblischen) Antike / Neues Testament und antike Weltanschauung
  • Paulinische Theologie
  • Fragen der Bibelübersetzung und Bibelhermeneutik
Eine ausführliche Beschreibung dieser Schwerpunkte finden Sie unter www.guenter.roehser.de/forschung.htm.

 

Dissertationsprojekte

  • „Vom primus inter pares zum alleinigen Missionsträger – Der Zwölferkreis im Neuen Testament und in der frühen Patristik“
    (Dominik Pioch)

Die Untersuchung unternimmt den Versuch, die mannigfaltigen Konzeptionen rund um das Kollektiv des Zwölferkreises im Neuen Testament und in der frühen Patristik zu beleuchten und in den Gesamtzusammenhang der Theologien des Urchristentums einzuordnen. Dabei geht sie der Frage nach, welche dynamischen Entwicklungsprozesse in der »Karriere« des Zwölferkreises im Urchristentum stattgefunden haben und ob sich eine Linie von der Konzeption des Paulus vom Zwölferkreis als primus inter pares der Erscheinungszeugen (1Kor 15,3b-8) bis hin zu der von Norbert Brox (vgl. Brox, N.: Mission in der Spätantike, in: Kertelge, K. [Hg.]: Mission im Neuen Testament, QD 93, Freiburg/Basel 1982, 190-237) für Teile der Patristik beobachteten Spitzenaussage vom Zwölferkreis als dem einzigen Missionssubjekt ziehen lässt.

 

  • „Paulus und das Leiden der Christen“
    (Tobias Mölleken)

Die Leiden des Apostels Paulus sind bis heute Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Seit einiger Zeit ist zudem ein steigendes exegetisches Interesse an den Leiden der Gemeinden bzw. der Christen, an die Paulus schreibt, zu beobachten. In diesem Zusammenhang spielen insbesondere die Leidensdeutungen eine hervorgehobene Rolle. Dabei wird in aller Regel der Frage nachgegangen, inwiefern die paulinischen Leidensdeutungen der Bewältigung des Leidens dienen. Das Projekt möchte die bisherigen Untersuchungen um einen Aspekt erweitern, indem die positiven Implikationen des Leidens für die christliche Existenz untersucht werden sollen: Welche positive Funktion hat das Leiden im Leben der Christen? Hat es gar soteriologische Funktion? Neben der Exegese von Einzeltexten haben traditionsgeschichtliche Erwägungen innerhalb der Untersuchung ihren Platz.

 

  • „Versuchung im Markusevangelium"
    (Arnd Herrmann)     abgeschlossen
Das Markusevangelium findet seit einiger Zeit vermehrt das Interesse der Forschung.In diesem Evangelium spielt das Thema Versuchung eine bisher kaum beachtete Rolle. Dabei lässt sich über die Versuchungsthematik ein vertieftes Verständnis des Evangeliums insgesamt gewinnen. Herrmann untersucht die Funktion des Versuchungsmotivs bei Markus anhand ausgewählter Texte. Versuchungen säumen in der erzählten Welt des Evangeliums den irdischen Weg Jesu von der Taufe bis zum Kreuz. Dies und die Art, wie der Sohn Gottes die Versuchungen besteht, hat modellhafte Bedeutung für die Jüngerschaft. Die Versuchungsgeschichten im Markusevangelium spiegeln exakt die Herausforderungen wider, in denen die Leserinnen und Leser stehen. Die Christologie setzt die Maßstäbe, indem sie sowohl die Bedingungen als auch die Verheißungen der Nachfolge aufzeigt. Der Evangelist möchte seine Gemeinde in der Zeit des Jüdischen Krieges im Glauben stärken und vor der Gefahr des Abfalls bewahren. Er tut dies in Anlehnung an jüdische Prophetenschicksale, knüpft aber darüber hinaus gattungsmäßig auch an die antike Biographie an, speziell an die Philosophenvita.

    Versuchung im Markusevangelium. Eine biblisch-hermeneutische Studie, Stuttgart 2011 (BWANT 197)

 

  • „Jesus als Mystiker in der synoptischen Tradition“
    (Thomas Kiesebrink)

In meiner Dissertation gehe ich der Frage nach, ob Jesus von Nazareth in der synoptischen Tradition als Mystiker in Erscheinung tritt. Zentrales Anliegen der Arbeit ist es, bestimmte Aspekte jesuanischer Religiosität ins Blickfeld zu rücken, die in der gegenwärtigen theologischen Diskussion meist nur am Rande behandelt werden und am besten im Kontext zur Mystik verstanden werden können.

 
  • „Adoption bei Paulus“
    (Annika Krahn)     abgeschlossen

Anhand der Darstellung und Auslegung von antiken Adoptionsurkunden und weiteren historischen Quellen, die den Begriff der Adoption verwenden, verdeutlicht die vorliegende Studie, dass Paulus mit der Adoption auf einen in der antiken Enzyklopädie verankerten Begriff zurückgreift, um die Inklusion der nichtjüdischen Christusgläubigen zu verdeutlichen. Da Glaube und Adoption von zwei unterschiedlichen Subjekten ausgehen, fragt diese Studie danach, ob es neben dem Glauben der Menschen nicht aufgrund des Bildfeldes eine stärker »rechtlich« und »sozial«, als eigentliche Initiation gedachte Aufnahme in das Volk Gottes gibt. Neben dem Glauben spielt nämlich die Adoption durch Gott in dem Heilsgeschehen eine wesentliche Rolle, denn diese sichert allen Christusgläubigen die gleichen Rechte zu und somit die Teilhabe an der Verheißung Gottes.

    Legitimation qua Adoption. Eine Inklusionsmaßnahme bei Paulus, Weilerswist 2018 (Velbrück Wissenschaft)

 
  • „Die 'Präsenz' Christi im Herrenmahl“
    (Christina Risch)     abgeschlossen als Diss. theol. Bonn 2011

Das Projekt beschäftigt sich erstens mit der Frage, ob sich auf der Textgrundlage von 1 Kor 10,1-22 und 11,17-34 die These vertreten lässt, dass Paulus implizit von einer „Präsenz“ Christi im Herrenmahl ausging. Daraus ergibt sich zweitens die Folgefrage danach, ob und wie man eine solch implizite, unausgesprochene „Präsenzvorstellung“ auf der Grundlage von jüdischem und hellenistischem Vergleichsmaterial mit religionswissenschaftlich präzisen Begriffen erfassen kann.

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