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Resilienz in Religion und Spiritualität

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Der Begriff der Resilienz bezeichnet die manchen Menschen eigene Fähigkeit bzw. Begabung, schwere Krisensituationen selbst unter schwierigsten individuellen, psychophysischen oder sozialen Ausgangsbedingungen zu bewältigen. Unklar ist allerdings, inwiefern die Genese von Resilienz von genetischen bzw. psychophysischen Voraussetzungen und dem vorfindlichen familiär-sozialen Umfeld abhängt, oder Aufgabe von fördernder Pädagogik und Management bzw. Coaching ist. Die Forschungslage ist bereits breit aufgefächert, aber in den disziplinspezifischen Ansätzen dominiert bisher die gemeinsame Perspektive des Enhancement: Resilienz soll als eine unbedingt wünschenswerte Fähigkeit zur raschen Überwindung krisenhafter Erfahrungen befördert werden, sei es durch pharmakologische, therapeutische, beratende etc. Maßnahmen.

An diesem Punkt schließt sich die Theologie mit dem geplanten Projekt an den interdisziplinären Diskurs an, weil sich aus ihrer Sicht eine hermeneutische Perspektive auf Krisenphänomene nahelegt, die – ungeachtet der Notwendigkeit therapeutischer Hilfestellung! – Krisenerfahrungen von Ohnmacht, Sorge, Angst, Verzweiflung, Trauer und Verlust nicht sofort pathologisiert, sondern polyvalente Modelle für Analyse und Deutung von Krisen erschließen kann: Basiert der christliche Glaube doch auf der Einsicht, dass sich neues Leben nur durch den Tod hindurch zeigt. Das Forschungsziel liegt daher in der Identifizierung und Etablierung von Modi des Aushaltens und Gestaltens von Ohnmachts-, Angst- und Sorgephänomenen.

 

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