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a minore ad maius

Die Bezeichnung a minore ad maius (von lat. a „von…her“, Komp. parvus „klein“, ad „zu…hin“, Komp. magnus „groß“) ist ein logisches Verfahren bei welchem vom Kleineren auf das Größere geschlossen wird. Vom Einzelfall wird eine allgemeine Regel oder Verhaltensweise abgeleitet, zu der ermahnt wird (→Paränese). Z.B. Lk 12,24-26 par.: „Betrachtet die Raben, dass sie nicht säen noch ernten, die keine Vorratskammer noch Scheunen haben, und Gott ernährt sie. Wie viel mehr unterscheidet ihr euch von den Vögeln. Wer aber unter euch kann mit Sorgen über sein Lebensalter eine Elle hinzufügen? Wenn ihr also auch nicht das Geringste könnt, warum sorgt ihr euch über das Übrige?“ Durch das sorgenfreie Leben der Kleineren (die Vögel) werden die Größeren (die Menschen) zu einem ebensolchen Leben angespornt. Ein prominentes Beispiel aus dem AT ist die Schlussfrage des Jonabuchs 4,10f.: „Aber Jahwe sprach: ‚Du bist betrübt wegen der Rizinusstaude, um die du dich nicht gemüht und die du nicht großgezogen hast, die als Sohn (einer) Nacht entstand und als Sohn (einer) Nacht zugrunde ging. Und ich, ich sollte nicht betrübt sein wegen Ninive, der großen Stadt, in der mehr als 120000 Menschen sind, die nicht unterscheiden können zwischen ihrer Rechten und ihrer Linken, und eine Menge Vieh?“ Auch hier wird von einem Kleineren (Rizinusstaude) auf ein Größeres (Ninive) geschlussfolgert (→qal wa-ḥomer). Das Gegenstück ist die Schlussfolgerung a maiore ad minus.

 

 

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