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Abstraktum

Als Abstraktum gilt in der Grammatik ein Substantiv, das etwas Gedachtes beschreibt - wie z.B. ‚Sünde‘ oder ‚Glaube‘ oder ‚Gerechtigkeit‘. Abstrakta können deshalb nur durch weitere beschreibende Wörter konkretisiert werden. Umgekehrt bezeichnet ein Konkretum etwas sinnlich Wahrnehmbares, also Gegenstände und Handlungen. Gemeinsam bilden Abstrakta und Konkreta die beiden großen Gruppen innerhalb der Nomina. Bei den Abstrakta kann man weiterhin solche Bildungen unterscheiden, die von Verben abgeleitet sind (Verbalabstrakta), wie z.B. παιδεία/paideia „Erziehung“ (von παιδεύειν/paideuein „erziehen“) oder πεισμονή/peismonē „Gehorsam“ (von πείθω/peithō „gehorchen“), und solche, die auf Adjektiven basieren (Adjektivabstrakta), wie z.B. δικαιοσύνη/dikaiosynē „Gerechtigkeit“ (von δίκαιος/dikaios „gerecht“) oder ἀφρωσύνη/aphrōsynē „Unverstand“ (von ἄφρων/aphrōn „unverständig“). Im AT begegnen Abstrakta eher selten. Z.B.: משובה/mšwbh „Abtrünnigkeit“ (von שוב/šwb „sich [um]wenden“, „um-, zurückkehren“), מגור/mgwr II „Fremdlingschaft“ (von גור/gwr „fremd sein“).

 


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