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Affekte

Rhetorische Affekte kommen vor allem im →Genus deliberativum zum Einsatz, wenn die Hörer oder Leser auf die Folgen eines bestimmten Tuns oder Lassens hingewiesen werden. Da diese Folgen entweder positiv (Lohn oder Heil) oder negativ (Strafe oder Unheil) sein können, kennt die Rhetorik zwei Leitaffekte: spes („Hoffnung“) und metus („Furcht“). Mit ihrer Hilfe sollen die Hörer oder Leser in →paränetischen oder →protreptischen Texten dazu motiviert werden, ein bestimmtes Handeln zu praktizieren oder zu unterlassen. Beispiele für die Verwendung dieser Affekte sind u.a. die Gegenüberstellungen von Segen und Fluch in Lev 26,3–13.14–39 und Dtn 28,1–14.15–68, das Doppelgleichnis vom Hausbau auf Stein und auf Sand in Mt 7,24–25.26–27 sowie in den paulinischen Briefen die Texte 1Kor 3,17a; Gal 5,21; 6,7–8; 1Thess 4,6.

 


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