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Antithese

Unter dem Begriff der Antithese (von griech. ἀντίθεσις/antihesis „Entgegensetzung“) versteht man in der Logik eine Behauptung, die auf einer zuvor gemachten Behauptung basiert und dieser entgegengesetzt wird. Z.B. Lk 12,51: „Meint ihr, dass ich gekommen sei Frieden zu geben auf der Erde? Nein, sage ich euch, sondern Entzweiung.“ Des Weiteren ist der Begriff in der ntl. Kommentarliteratur im Sinne einer Gattungsbezeichnung auf einen ganz bestimmten Text des Mt (5,21-48) bezogen: die sechs sog. Antithesen, z.B. Mt 5,43f.: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ‘Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen’; ich aber sage euch: Liebt eure Feinde […].“

Sprachwissenschaftlich findet der Begriff v.a. in der Anwendung auf sich semantisch gegenüberstehenden Begriffe und Motive Gebrauch. So z.B. in den weisheitlichen Büchern des AT, wo häufig das antithetische Paar des צדק/dq („Gerechter“) und des רשׁע/rš („Schuldiger“) begegnet. Antithesen sind im Chiasmus oder im antithetischen →Parallelismus membrorum zu finden.


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