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Apodosis

Die Apodosis (von griech. ἀπόδοσις/apodosis „Erklärung”) ist der Nachsatz gegenüber der Protasis (von griech. πρότασις/protasis „Aussage”), dem Vordersatz. Der Protasis kommt in der Rhetorik die Aufgabe des Spannungsaufbaus zu, während die Apodosis Spannung abbaut. In der Grammatik bezeichnet man mit den beiden Begriffen den Vor- bzw. Nachsatz in einem Konditional- bzw. Konzessivsatzgefüge – Voraussetzung und Konsequenz. So z.B. in Gen 18,26: „Da sprach der HERR: Wenn ich in Sodom fünfzig Gerechte in der Stadt finde (Protasis), so will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben (Apodosis).“ Speziell im →kasuistischen Recht bietet die Protasis die Fallbeschreibung, die Apodosis die Tatfolgebestimmung. Dabei kann innerhalb der Protasis zwischen Fall und Unterfall unterschieden werden, wobei der Fall durch כִּי/ki („wenn“) und der Unterfall durch אִם/ʾim („falls“) eingeleitet wird. Z.B. Ex 21,18f. „Wenn (כִּי/ki) Männer miteinander Streiten […], später aber (אִם/ʾim) […].“ S.a. 1Kor 15,17: „Wenn aber Christus nicht auferweckt ist (Protasis), so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden (Apodosis).“

 


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