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Erzählzeit

Die Unterscheidung zwischen erzählter Zeit und Erzählzeit stammt von G. Müller. Als ‚erzählte Zeit‘ gilt dabei derjenige Zeitraum, den die Erzählung abbildet. In diesem Sinne umfasst die in der Schöpfungsgeschichte der Priesterschrift →erzählte Zeit zwischen dem ersten und dem letzten Schöpfungswerk (Gen 1,3–31) sechs Tage. Nach Mk 14,1 – 15,47 ist die erzählte Zeit der Passion Jesu drei Tage lang: Mittwoch (14,1–11), Donnerstag (14,12–72) und Freitag (15,1–47). Demgegenüber gilt als ‚Erzählzeit‘ derjenige Zeitraum, der für die sprachliche Wiedergabe der Ereignisse benötigt wird. Bei den beiden vorgenannten Beispielen kann man sie jeweils in Minuten messen. Das Verhältnis von erzählter Zeit und Erzählzeit nennt man ‚Erzählgeschwindigkeit‘. Sie lässt sich durch erzählerische →Raffungen variieren, deren Intensität sich daran orientiert, welche Bedeutung der Erzähler dem jeweils erzählten Geschehen beimisst.

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