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Geminatio

Die Geminatio (von lat. geminatio „Verdopplung“) ist eine rhetorische Figur der Hinzufügung. Durch Wiederholung eines Wortes wird die Aussage intensiviert; z.B. „Hört, hört!“; Jer 6,14: (Sie sagen:) „‚Heil, Heil!’ Aber es ist kein Heil“; Joh 19,6: „Kreuzige, kreuzige ihn!“. Vergleichbar sind triadische Strukturen in liturgischen Formeln wie Jes 6,3: „Heilig, heilig, heilig ist Jahwe Zebaot“. Wird das letzte Wort des Satzes im darauffolgenden wiederholt, spricht man von →Anadiplose.

In der Grammatik des Hebräischen bezeichnet Geminatio die Schärfung eines Konsonanten durch seine Verdopplung, angezeigt durch dageš forte, einen Punkt im Konsonanten. Da die Laryngale bzw. Gutturale א (aleph) ה (he) ח (khet) ע (ayin), außerdem ר (resh) nicht geschärft werden können, wird der vorangehende Vokal gedehnt (Ersatzdehnung) oder virtuell verdoppelt, d.h. der vorangehende Vokal bleibt kurz. Man tut als ob.


 

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