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Glosse

Im Rahmen der →Textkritik meint Glosse (von lat. glossa Kommentar"; lat. Lehnwort von griech. γλῶσσα/glōssa „Zunge“, „Sprache“) einen sekundären Kurzkommentar, z.B. zu einem ungewöhnlichen oder unverständlichen Ausdruck innerhalb eines Textes. Es kann sich hierbei um eine Interlinear-Glosse, zwischen den Zeilen notiert, eine Kontext-Glosse, in die laufenden Zeilen notiert, oder um eine Marginal-Glosse, an den Blattrand notiert, handeln. Im Lauf der Tradierung von Texten kann es passieren, dass die als Kommentar vorgesehenen Glossen Teil der Texte werden (→Interpolation). Ist eine Glosse nicht mehr auf Grund des Schriftbildes vom ursprünglichen Text zu unterscheiden, ist eine sichere Differenzierung schwierig und nur mithilfe sprachlicher und stilistischer Argumente zu führen. In der Kommentarliteratur werden für das AT und das NT u.a. folgende Bibelstellen als mögliche Glossen diskutiert: Gen 32,32; 1Sam 9,9; Röm 6,17b; Röm 7,25b.


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