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Homoioteleuton

Das Homoioteleuton (von griech. ὅμοιος/homoios „gleich“ und τέλος/telos „Ziel“, „Ende“) bezeichnet eine Folge von Wörtern mit gleicher oder sehr ähnlicher Schlusssilbe, z.B. Röm 12,15: χαίρειν μετὰ χαιρόντων, κλαίειν μετὰ κλαιόντων/chairein meta chairontōn, klaiein meta klaiontōn („Freut euch mit den sich Freuenden, weint mit den Weinenden.“). Wortfolgen mit gleichem oder sehr ähnlichem Wortanfang bezeichnet man als Homoioarkton (von griech. ὅμοιος/homoios „gleich“ und ἀρχή/archē „Anfang“). Auch in der →Textkritik sind diese beiden Begriffe von Bedeutung. Wenn zwei aufeinander folgende Wörter, Satzteile, Sätze oder Abschnitte gleich oder ähnlich aufhören oder anfangen, kann es sein, dass eines der beiden Wörter, einer der beiden Satzteile, Sätze oder Abschnitte bei der Abschrift des Manuskriptes übersprungen wurde. Ein Homoioteleuton ist z.B. die Ursache für den kürzeren Text der Septuaginta in Jer 34,4.6 (= 27,5.8 M) oder das Fehlen von Mt 5,19b in den Handschriften א* und W. In diesem Zusammenhang spricht man auch von →aberratio oculi (lat. „Abirren des Auges“). So irrte das Auge eines Abschreibers von der Ortsangabe בבלה/bblh („nach Babel“) am Ende von Jer 27,20a auf die identische Ortsangabe zu Beginn von V 22 ab, was den kürzeren Text der Septuaginta an dieser Stelle erklärt. Homoioptoton →Paronomasie

 

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