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Ketib

Mit Ketib (von aram. כּתיב/ktyb „Geschriebenes“) und Qere (von aram. קרי/qry „zu Lesendes“) werden Notizen der →Masora bezeichnet, die Hinweise und Richtlinien zu Schreib- und Leseweise von Worten geben. Die mit ק gekennzeichneten Qere-Notizen geben an, dass ein Wort abweichend vom gedruckten Text gelesen werden soll. Das wohl bekannteste Beispiel für die abweichende Lesart eines Wortes im masoretischen Text findet sich im Zusammenhang mit dem Gottesnamen: Die im Text überlieferten Konsonanten יהוה/yhwh werden konsequent entsprechend dem zu lesenden Wort אְַדֹנָי/ ’ǎdōnāy „Herr“ vokalisiert: יְהוָה/ yəhwāh (z.B. Gen 2,4). Weil dieses Qerean jeder Stelle gilt, ist es nicht ausdrücklich am Rand vermerkt: Qere perpetuum. Ein weiteres Beispiel hierfür findet sich in Jos 5,1. Hier soll statt עָבְרֵנוּ/āvərēnû; Ketib: „unser Hindurchziehen“ עָבְרָם/āvərām; Qere: „ihr Hindurchziehen“ gelesen werden.

 

 

 

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