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Ostrakon

Als Ostrakon (pl. Ostraka. Von griech. ὄστρακον/ostrakon „[Ton-]Scherbe”) bezeichnet man eine Gefäßscherbe, auf die Wörter oder kurze Texte entweder mit Tinte geschrieben oder eingeritzt wurden, und die so als Textträger dient. Eine besondere Bedeutung erhielt das Ostrakon durch den sog. Ostrakismus (griech. ὀστρακισμός/ostrakismos „Scherbengericht”), bei dem die Athener durch Einritzen eines bestimmten Namens auf der Tonscherbe einen Mitbürger aus Athen verbannen konnten. In der atl. Forschung stellen Ostraka wichtige Quellen  zur Erforschung der Umwelt des AT und der Lebenswirklichkeit in Israel dar. Das älteste Ostrakon, das in Palästina gefunden wurde und mit hoher Wahrscheinlichkeit israelitischen Ursprungs ist, ist das Ostrakon von Khirbet Qeiyafa (um 1000 v.Chr.). Für die →Textkritik spilen die Ostraka aufgrund ihrer geringen Anzahl eine stark untergeordnete Rolle.

 

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