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Palimpsest

Ein Palimpsest (von griech. παλίμψηστος/palimpsēstos „wieder abgeschabt“, lat. codex rescriptus „wiederbeschriebener Codex“) ist ein Pergament, oder seltener ein Papyrus, dessen ursprünglicher Text abgeschabt wurde, um es neu zu beschreiben. Dies war eine übliche Form der Wiederverwertung in der Antike und bei den Mönchen des 7. bis 9. Jahrhunderts. Dies geschah neben Werken antiker Autoren auch mit christlichen Texten, von denen es entweder viele Exemplare gab oder die als weniger wichtig galten. Der ursprüngliche Text kann mit Infrarot-Fotographie, Durchleuchtung oder der Fluoreszenzmethode wieder lesbar gemacht werden. So wurden z.B. Euripides, Phaeton und Cicero, De re publica als Palimpseste wiedergefunden. Von den ca. 280 →Majuskeln im NT sind 55 Palimpseste. Das bedeutendste biblische Palimpsest ist der Codex Ephraemi rescriptus (Siegel C). Die ursprüngliche Handschrift aus dem 5. Jh. wurde im 12. Jh. mit einem Text des Kirchenvater Ephraem überschrieben.

 

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