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Parataxe

In der Grammatik spricht man von Parataxe (von griech. παράταξις/parataxis „Beiordnung“), wenn zwei oder mehr Hauptsätzen durch koordinierende Konjunktion (καὶ/kai „und“, ἀλλὰ/alla „sondern“, etc.) verbunden werden. Z.B. Gen 1,2: „Und die Erde war wüst und leer [HS1] und es war Finsternis über der Tiefe [HS2] und der Geist Gottes schwebte über den Wassern [HS3].“ Als Hypotaxe (von griech. ὑπóταξις/hypotaxis „Unterordnung“) gilt demgegenüber, wenn zwei oder mehr Gliedsätze (Hauptsatz [HS] und Nebensatz [NS]) im Verhältnis von Über- und Unterordnung miteinander verbunden sind. Häufig ist eine solche Unterordnung des Nebensatzes durch subordinierende Konjunktionen (ὅτι/hoti „dass“, εἰ/ei „wenn“, ὡς/s „wie“, etc.) oder Relativpronomen (ὅς/hos „wessen“, ὅιος/hoios „wie beschaffen“, ὅσος/hosos „wie groß“, etc.) gekennzeichnet. Z.B. Joh 3,16: „Und so hat Gott die Welt geliebt [HS], sodass (ὥστε/hōste) er den eingeborenen Sohn gab [NS1], damit (ἵνα/hina) jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Lebe hat [NS2].“ Die Hypotaxe dominiert eher in argumentativen Texten, (z.B. den Paulusbriefen) während die Parataxe häufig ein Kennzeichen von erzählenden Texten (z.B. den Evangelien) ist.

 

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