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Proömium

Der Begriff (von. griech. προοίμιον/prooimion „Vorrede“, „Einleitung“) stammt aus der antiken Rhetorik und bezeichnet die Normalform des Exordiums, der Einleitung einer Rede. Das Proömium wurde dann aber auch verwendet, um literarische Werke zu eröffnen. Es hat die Aufgabe, die Hörer oder Leserinnen über Gegenstand und Inhalt der folgenden Rede oder Schrift zu informieren und sie für die Redner oder Autorinnen und sein Anliegen zu gewinnen, d.h. nach Cicero, De Orat. 2,80: die Hörer oder Leserinnen „wohlwollend, wissbegierig und aufmerksam machen“ (Captatio benevolentiae). Für die zwischentestamentliche Literatur ist das griechische Vorwort zu Jesus Sirach zu nennen. Im NT ist z.B. Lk 1,1–4 ein solches Proömium. Im Corpus Paulinum steht ein Proömium regelmäßig zwischen →Präskript und →Briefcorpus. Häufige Bestandteile eines Proömiums sind Danksagungen (Röm 1,8–15; 1Kor 1,4–9; Phil 1,3–11; Kol 1,3–23; 1Thess 1,2 – 3,13; 2Thess 1,3–12; 2Tim 1,3–5; Phlm 4–7) oder Eulogien (2Kor 1,3–7; Eph 1,3–14; s. auch 1Petr 1,3–9) oder u.U. auch Tadel (Gal 1,6–9); Die Klassifizierung einzelner Textteile als Proömium, wie auch die Bestimmung von deren Umfang, ist in der Forschung allerdings umstritten (s.a. Joh 1,1–18).

 

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