Über das Projekt: Zielsetzungen und Ergebnisse

Das Forschungsprojekt "Resilienz in Religion und Spiritualität. Aushalten und Gestalten von Ohnmacht, Angst und Sorge" ist eine Kooperation aus Theologie, Philosophie, theologischer Ethik/Moralpsychologie, Psychosomatischer Medizin und Psychotherapie, Palliativmedizin und Spiritual Care. Der Gewinn des Projektes liegt in dem innovativen Versuch, das reichhaltige Potential der geisteswissenschaftlichen Disziplinen an der Schnittstelle zur klinischen Psychologie, Psychotherapie und Palliativmedizin mit Religion und Spiritualität im Bereich der Resilienenz-Forschung in Verbindung zu bringen.

Dazu untersucht die Forschergruppe Resilienz im Verhältnis zu dem, was im aktuellen Gesundheitsdiskurs als "religiöse und spirituelle Dimension" menschlichen Lebens beschrieben wird. Methodisch handelt es sich um eine hermeneutisch orientierte Kombination von theoretischer Grundlagenforschung und empirischen Untersuchungsmethoden mit dem gemeinsamen Ziel anwendungsorientierter Forschung.

Ziele

Das übergeordnete Ziel ist die Erarbeitung eines interdisziplinär verantworteten und anwendbaren Modells von Resilienz. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf den dynamischen Prozessen, die durch einen Krisenauslöser in Gang gesetzt werden. Zur Erarbeitung des Modells untersuchen die einzelnen Teilprojekte mit ihren disziplinspezifischen Methoden sog. "Resilienznarrative". Diese "Resilienznarrative" können traditionell geprägte Sprachmuster, Metaphern, Symbole, Sprachbilder etc. sein, die sich in den untersuchten Materialbeständen in unterschiedlichen Variationen und Anwendungsgebieten wiederfinden. Dabei zeigt sich, dass "Resilienznarrative" häufig aus Krisennarrativen und religiös oder spirituell besetzten Hoffnungsdimensionen bestehen.

Es zeigt sich zugleich, dass statische und/oder linear beschriebene Resilienzmodelle die multiperspektivische und facettenreiche Dynamik von Krisenverläufen nicht hinreichend abbilden. Ziel der Forschungsgruppe ist es daher, die vielfältigen Befunde ausgehend von der Suche nach "Resilienznarrativen" zu bündeln und strukturell zu kondensieren.

Resilienz_Ziele
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Resilienz_Forschung
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Interdisziplinäre Resilienz-Forschung

Die Forschungsgruppe lebt vom interdisziplinären Gespräch, das alle Arbeitsgespräche, Veranstaltungen und viele Publikationen prägt. Es gilt dabei, die disziplinären Grenzen zu reflektieren und sich auf gemeinsame Formen des Wissens- und Erkenntnisaustauschs zu einigen.

Eine Herausforderung ist dabei selbstverständlich, wie sich die unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen auf Grundlage der verschiedenen Quellen und Materialbeständen, die sich von Klagepsalmen der jüdisch-christlichen Tradition (TP 1), Narrative und Narrationen von Kreuz und Auferstehung in der christlichen Tradition bei Luther, Taizé und Tillich (TP 2), Entwürfe zu Empathie und interpersonale Resonanz (TP 3), Theorien und Trainings zu Achtsamkeit in anthropologischer Perspektive (TP 4) über psychologische Definitionen und Modellbildung zu Resilienz anhand von Interviews (TP 5), Diskursanalysen zu Konzepten von Resilienz und Kohärenz in der Palliativmedizin (TP 6), hin zu empirischen Untersuchungen von der Beziehungen von Resilienz und Spiritualität in Fragebogenstudien und Interviews (TP 7) sowie Rollen- und Beziehungsverständnisse in Interaktionen beruflicher und ehrenamtlicher Caretaker (TP 8) sinnvoll und methodisch angemessen miteinander verknüpfen lassen.

Ergebnisse

Sofern wir Ihr Interesse an einem vertieften Einblick in unsere Arbeit geweckt haben, finden Sie unsere Forschungsergebnisse unten im Bereich "Publikationen" verzeichnet. Auf dem Laufenden über aktuelle Diskussionen und den work in progress halten wir Sie gerne in unserem Blog "Resilienz-Updates" sowie auf Facebook und Twitter.

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
© Frommann

Teilprojekte

Hier finden Sie eine kurze Beschreibung des Zusammenspiels der verschiedenen Teilprojekte sowie weiterführende Informationen zu den einzelnen Teilprojekten.

Von TP Z bis TP 8
Die theologischen Teilprojekte (TP 1 und TP 2) untersuchen Resilienznarrative und -konstruktionen im Kontext der jüdisch-christlichen Tradition, während die phänomenologisch-anthropologisch orientierten Teilprojekte (TP 3 und TP 4) Resilienz in Verbindung mit Empathie, interpersonaler Resonanz und Achtsamkeit erforschen. Die medizinisch ausgerichteten Teilprojekte (TP 5 und TP 6) untersuchen Resilienz als Dynamik- und Kohärenzphänomen in Lebenskrisen, während die am Kontext der Spiritual Care  ausgerichteten Teilprojekte (TP 7 und TP 8) sich mit empirischen Beziehungen von Resilienz und Spiritualität bei Trauernden und Caretakern befassen.

Lernen Sie die Teilprojekte kennen

PI

Prof. Dr. Cornelia Richter

Projektmitarbeitende

Jana Puschke (WMA)

Teilprojektbeschreibung

Die Aufgabe des Koordinationsprojektes ist das organisatorische Forschungsmanagement der Forschungsgruppe sowie die interne und externe Kommunikation. Das Ziel besteht (a) in der reibungslosen formalen Koordinierung aller am Projekt beteiligten Personen und der Veranstaltungen, Reisen, Publikationen, der Öffentlichkeitsarbeit und der Gleichstellungsmaßnahmen im Forschungsverbund. Damit soll (b) die eigentliche Kapazität der Forschungsgruppe für die tatsächliche inhaltliche Forschungsarbeit gewährleistet werden. Dies ist nur möglich, wenn (c) frühzeitig eventuelle fachliche, organisatorische oder kommunikative Differenzen und Missverständnisse wahrgenommen und sachgemäß thematisiert werden.

Zu den wichtigsten Aufgaben des Teams von TP Z gehört die Gewährleistung und motivierende Aufrechterhaltung der kontinu-ierlichen Kommunikation zwischen den beteiligten Wissenschaftsdisziplinen, zwischen PIs, Mitarbeiter*innen, externen Expert*innen und insbesondere innerhalb der Gruppe des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Daneben ist die Wissenschaftskommunikation in die Öffentlichkeit hinein eine zentrale Aufgabe von TP Z. Hierfür plant das Koordinationsprojekt in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Wissenschaftler*innen die Darstellung des gemein-samen Projektvorhabens, der disziplinspezifischen Beiträge und der translationalen Zielsetzung, bereitet diese für die jeweiligen Zielgruppen auf und spielt sie kontextsensibel auf die jeweiligen Kommunikationszusammenhänge zugeschnitten ein.

Das Koordinationsprojekt arbeitet eng mit TP 0 zusammen, das die inhaltlich-theoretische Rahmung des Gesamtprojekts gewährleistet und die entscheidenden interdisziplinären Problemkonstellationen, Weichenstellungen und Lösungsansätze kommentierend begleitet. Um die Arbeit dieser interdisziplinär hoch komplexen Forschergruppe so störungsfrei, effizient und kommunikationsfreudig wie möglich zu gestalten, müssen insbesondere diese beiden koordinierenden Projektkomponenten TP 0 und TP Z einander so gut als möglich ergänzen.

PI

Prof. Dr. Cornelia Richter

Teilprojektbeschreibung
In unserer interdisziplinären Forschung sind Kommunikation, Interaktion, Pragmatik und Kritik unverzichtbar, um zu vermeiden, dass die einzelnen Forschungsprojekte in ihre jeweiligen Fachlogiken abdriften und nebeneinander statt miteinander forschen. Deswegen wurde ein eigenes Teilprojekts TP 0 eingerichtet, das ergänzend zur organisatorischen Koordination der theoretischen Interaktion der gesamten Forschungsgruppe dient. Ziel von TP 0 ist die begleitende Dokumentation und Kommentierung von Forschungsaufgaben, -problemen und -ergebnissen, die sich aus dem Verlauf der gemeinsamen Arbeit ergeben.

TP 0 nimmt die jeweils für alle Teilprojekte theoretischen Problemkonstellationen auf und arbeitet den Teilprojekten bei der begrifflichen und theoretischen Klärung dieser Problematiken zu. Dafür sichtet TP 0 die für den Projektzusammenhang jeweils relevante, interdisziplinäre Literatur, pointiert knapp die verbindenden und differenten Aspekte und bereitet Vorschläge, auf welche Weise sich die jeweilige Konstellation für die gemeinsame Thematisierung anbieten würde.

 TP 0 ist in das Projekt mit der Erarbeitung des Begriffs und Konzepts einer interdisziplinären Hermeneutik von Resilienznarrativen sowie der interdisziplinären Reflexion des wissenschaftstheoretisch hochgradig divergenten Erfahrungsbegriffs gestartet. Im Laufe des Projekts wird der Begriff der medio-passiven Responsivität analysiert werden, der ein Schlüsselbegriff für die Analyse Resilienz-relevanter religiös-spiritueller Prozess sein dürfte und das Potential birgt, die gängigen, primär aktiv konnotierten Resilienzfaktoren, kritisch und korrigierend zu ergänzen. Schließlich widmet sich TP 0 dem Verhältnis von A-Funktionalität, Funktionalität und Dysfunktionalität religiös-spiritueller Vorstellungen, Überzeugungen oder Riten. Dieses Verhältnis ist zentral für die Frage der potentiellen Orientierungsleistung von Resilienznarrativen und ihrer erfahrungsbestimmenden Wirkung, bedarf aber in besonderer Weise der interdisziplinären Reflexion. Denn die Frage der Funktionalität bzw. Funktionalisierbarkeit von religiös-spirituellen Vorstellungen ist in wissenschaftstheoretischer Hinsicht zwischen den Disziplinen höchst umstritten, für das Projekt aber gleichwohl unverzichtbar.

Insgesamt bewahrt TP 0 den theoretischen Rahmen aller Teilprojekte.

PI
Prof. Dr. Judith Gärtner

Projektmitarbeitende
Margarethe Kelm (WMA)
Lina Wilhelm (SHK)

Teilprojektbeschreibung
Das Teilprojekt 1 „Resilienz im Gebet: Klage als spirituelle Ausdrucksform von Angst und Zuversicht“ bemüht sich darum, Resilienz als Interpretationskategorie für alttestamentliche Klagepsalmen zu analysieren. Bei der Bearbeitung und Systematisierung der Texte wird der Frage nachgegangen, inwiefern diese als Resilienznarrative verstanden werden können, welche der Not nicht nur Ausdruck verleihen, sondern auch als sinnstiftende Erfahrung im Spannungsfeld zwischen Aushalten und Gestalten der Not gelten können.

Voraussetzung ist hierbei eine interdisziplinär erarbeitete Resilienzdefinition, die in einem ersten Schritt im Gesamtprojekt gewonnen werden soll. Auf der Grundlage der alttestamentlichen Anthropologie sowie der religionsgeschichtlichen Forschung werden anschließend die Klagepsalmen und insbesondere die sogenannten „Krankheitspsalmen“ , welche das individuelle körperliche und psychische Leiden eines paradigmatischen Sprechers thematisieren, analysiert sowie auf ihre Eignung als Resilienznarrativ ausgewertet. Vielversprechend erscheinen die Krankheitspsalmen als Materialgrundlage hierfür wegen ihrer inhaltlichen Thematisierung von Krise sowie wegen der Form der Klage. Erstere zeigt eine Auseinandersetzung mit der Prozessualität und Ambiguität von Krise als Ohnmachtserfahrung und letztere ist ein Ausdruck des Ringens um Lebenssinn.

Das Ziel ist es somit, Sprachmuster und Semantiken in den Psalmen auf Resilienznarrative und -faktoren so zu hinterfragen, dass heutigen Lesern nicht nur eine bessere Erschließung der alttestamentlichen Texte durch die Qualifizierung als Resilienznarrativ ermöglicht wird, sondern auch dass die Klagespsalmen wegen ihrer Komplexität und Vielschichtigkeit von Krisenerfahrungen einen Beitrag zur Resilienzdiskussion leisten können, um gewinnbringend in gegenwärtige seelsorgerliche, therapeutische und medizinische Internventionen eingebracht werden zu können.

PI
Prof. Dr. Cornelia Richter

Kooperationspartner
Prof. Dr. Simon Peng-Keller (Universität Zürich)

Teilprojektbeschreibung
Kreuz und Auferstehung als Resilienznarrative in Theologie und ökumenischer Spiritualität

Wovon kann erzählt werden, wenn das Erzählen angesichts von Tod und Leiden eigentlich an ein Ende gekommen ist – und wie können diese Erzählungen für Resilienz relevant werden? Das ist ganz grundlegend die Problemstellung, die im Rahmen der Frage nach „Resilienznarrativen“ in Teilprojekt 2 unter der Leitung von Prof. Dr. Cornelia Richter und Prof. Dr. Simon Peng-Keller untersucht wird.

Dazu werden mit „Kreuz“ und „Auferstehung“ zwei Elemente der christlichen Tradition in den Blick genommen: In den vielfältigen, polyvalenten biblischen Erzählungen von „Kreuz“ und „Auferstehung“, vornehmlich den Passions- und Ostererzählungen, finden sich narrative Elemente, die von existentiellen Krisen und dem Umgang mit diesen erzählen – ohne diese Krisen immer aufzulösen. „Kreuz“ und „Auferstehung“ werden dabei als Narrative verstanden, die für Resilienz relevant werden können. Was das bedeutet, wird im Dialog mit den anderen Teilprojekten ausgeführt: Unser Verständnis von Resilienz erschließt sich aus Narrativen, die resilienzrelevant erscheinen, während gleichzeitig die Präzisierung des Resilienzbegriffes unsere Sicht auf resilienzrelevante Narrative verändert. Im Teilprojekt werden nun exemplarisch zwei sehr unterschiedliche Typen des Umgangs mit den Narrativen von „Kreuz“ und „Auferstehung“ in den Blick genommen: Die existentiell und interdisziplinär ausgerichtete Theologie Paul Tillichs (1886-1965) – und die spirituelle Praxis in der ökumenischen Communauté de Taizé.

Tillich denkt Kreuz und Auferstehung als Symbole des christlichen Glaubens im Rahmen seines existentiell-ontologischen Programms durch: Es erfordert den „Mut zum Sein“ um sich angesichts von existentieller Verzweiflung und Sinnlosigkeit dennoch, trotzdem als akzeptiert und bejaht zu wissen. Diese Haltung zielt auf eine Form der Überwindung von Krisen, in der – letzten Endes und kontrafaktisch – ein Imperativ der Hoffnung gilt, trotz aller Zweideutigkeiten des Lebens. Inwiefern diese Haltung der Hoffnung und (Selbst-)Bejahung trotzdem für wen und in welchen Krisen relevant werden kann, wird im Rahmen des gesamten Projektes entwickelt/diskutiert.

In Taizé ist das Narrativ des Kreuzes zentraler Teil der liturgisch-spirituellen Praxis, verdichtet im wöchentlichen „Gebet am Kreuz“ am Freitagabend, das exemplarisch im Projekt untersucht wird: Inwieweit lassen sich die spirituell-emotionalen Erfahrungen, die in dieser Praxis zum Ausdruck kommen als Form einer Verarbeitung von Krisen beschreiben – oder werden selbst krisenhaft? Was geschieht, wenn existentielle Anliegen in einem hoch narrativ und normativ aufgeladenen Kontext ganz leiblich und ohne reflexive Distanz „ans Kreuz gebracht“ werden?

„Kreuz“ und „Auferstehung“ als Resilienznarrative sind in komplexer Weise aufeinander bezogen: Was bedeutet es, von Kreuz und Auferstehung so zu reden, dass in der Rede vom Kreuz schon die Auferstehung enthalten ist und in der Rede von der Auferstehung immer noch das Kreuz mitschwingt? Das ist sprachlich schwierig umzusetzen, in der grafischen Gestaltung, so z.B. in dem Bild Heimstatt Passion von Gerhard Mevissen, leuchtet es eher ein: Das Dunkle schwingt im Hellen mit, das Helle durchbricht das Dunkle, beides kann nicht aufeinander reduziert werden.

PI
Prof. Dr. Thiemo Breyer

Projektmitarbeitende
Apl. Prof. Jagna Brudzińska (WMA)
Bernd Quante (SHK)

Teilprojektbeschreibung
Das Teilprojekt 3 mit dem Titel „Empathie und Resilienz. Phänomenologische Untersuchungen zu den Resilienzpotentialen von interpersonaler Resonanz“ beschäftigt sich mit Fragen, wie zwischenmenschliche Beziehungen resilienzförderliche oder auch resilienzhinderliche Wirkungen entfalten können. Es widmet sich dabei der Empathie als Medium der Interaktion und der wechselseitigen Verständigung zwischen Menschen und ist auf philosophische Weise darum bemüht zu klären, welche verschiedenen Dimensionen von Empathie und erlebter Verbundenheit zwischen Menschen als Resonanzerfahrung sowie als spirituelles Selbstverständnis sich unterscheiden lassen und welchen Zusammenhang diese zum Umgang mit erlebten Lebenskrisen haben (können).
Hierzu werden Aspekte der wechselseitigen Resonanz in unterschiedlichen Bereichen der Sorge in der gesundheitlichen Versorgung untersucht und der wissenschaftstheoretische Stellenwert des Empathiekonstruktes im interdisziplinären Forschungsfeld zwischen Medizin und Theologie reflektiert. Auf der Basis einer Theorie verkörperter (Inter-)Subjektivität und mittels eines hermeneutischen Vorgehens wird dabei adressiert, wie sich Resilienz als Erfahrungsstruktur bestimmen lässt bzw. inwiefern Empathie als interpersonelles Resonanzphänomen auf leiblicher, affektiver und kognitiver Ebene beim Umgang mit Krisen einzubeziehen ist. Dazu werden sowohl aktuelle Theorien des Selbst als auch der Empathie so durchdrungen, dass sich die entsprechenden Resilienzformen auf unterschiedlichen Ebenen näher bestimmen lassen und medizinische wie seelsorgerische Interventionen dahingehend analysiert werden, durch welche professionellen Empathieleistungen sie auf welcher Ebene die Auseinandersetzung mit Lebenskrisen begleiten oder eine solche ermöglichen.

PI
Prof. Dr. Dr. Jochen Sautermeister

Projektmitarbeitende
Louise Lentfort (SHK)

Teilprojektbeschreibung
Im Rahmen des Teilprojekts 4 „Achtsamkeit in anthropologischer Perspektive“ wird das Verhältnis von Resilienz, Achtsamkeit und Spiritualität aus anthropologisch begrifflicher Sicht reflektiert und dessen Einfluss auf das Aushalten und Überstehen von existentiellen Krisenerlebnissen untersucht. Aus einer moralpsychologisch orientierten theologisch-ethischen Perspektive erfolgt zunächst eine anthropologisch-begriffliche Analyse von Achtsamkeit. Im darauffolgenden Schritt wird zum einen die Resilienz-förderliche Qualität und zum anderen die Krisen- und Vulnerabilitätsfähigkeit von Achtsamkeit im Kontext von Resilienz als Subjektivierungspraxis aus theologisch-ethischer Sicht herausgearbeitet.

Ziel ist es, einerseits in enger Kooperation zu anderen Teilprojekten eine anthropologisch-ethische Kriteriologie zu entwickeln und andererseits praxisorientierte Haltungen und Übungen von Achtsamkeit zu spezifizieren.

PI
Prof. Dr. Franziska Geiser

Projektmitarbeitende
Anna Culmann (SHK)

Teilprojektbeschreibung
Fragestellung:
Der Gewinn des Projektes liegt in dem innovativen Versuch, das reichhaltige Potenzial der einschlägigen Geisteswissenschaften (Theologie, Anthropologie, Phänomenologie) an der Schnittstelle zur klinischen Psychologie, Psychotherapie und Palliativmedizin mit neuen Ansätzen in Hospizarbeit und Spiritual Care in Verbindung zu bringen.

Projektbeschreibung:
Der Begriff der Resilienz bezeichnet die manchen Menschen eigene Fähigkeit bzw. Begabung, schwere Krisensituationen selbst unter schwierigsten individuellen, psychophysiologischen oder sozialen Ausgangsbedingungen zu bewältigen. Unklar ist allerdings, inwiefern die Genese von Resilienz von genetischen bzw. psychophysischen Voraussetzungen und dem vorfindlichen familiär-sozialen Umfeld abhängt, oder Aufgabe von fördernder Pädagogik und Management bzw. Coaching ist.

Die Forschungslage ist bereits breit aufgefächert, aber in den disziplinspezifischen Ansätzen dominiert bisher die gemeinsame Perspektive des Enhancement: Resilienz soll als eine unbedingt wünschenswerte Fähigkeit zur raschen Überwindung krisenhafter Erfahrungen befördert werden, sei es durch pharmakologische, therapeutische, beratende etc. Maßnahmen. An diesem Punkt schließt sich das geplante Projekt an den Diskurs an, wobei sich aus unserem kooperativen geistes- und gesundheitswissentschaftlichen Ansatz eine hermeneutische Perspektive auf Krisenphänomene ergibt, die - ungeachtet der Notwendigkeit therapeutischer Hilfestellung! - Krisenerfahrungen von Ohnmacht, Sorge, Angst, Verzweiflung, Trauer und Verlust nicht sofort pathologisiert, sondern polyvalente Modelle für Analyse und Deutung von Krisen erschließen kann. Das Forschungsziel liegt daher in der Identifizierung und Etablierung von Modi des Aushaltens und Gestaltens von Ohnmachts-, Angst- und Sorgenphänomenen.

Ziel:
Gemeinsames Erarbeiten einer allgemeinen religions- und spiritualitätssensiblen Resilienz-Theorie zur Förderung einer entsprechenden Resilienz-Praxis in Medizin und Therapie, Seelsorge und Spiritual Care.

PI
Prof. Dr. Lukas Radbruch

Projektmitarbeitende
Katja Maus (WMA)
Frank Peusquens (WMA)

Teilprojektbeschreibung
Eine ganzheitliche Palliativversorgung basiert auf den vier Säulen Symptomkontrolle, psychische, soziale und spirituelle Begleitung. Dieser ganzheitliche Ansatz bildet den Rahmen für eine Auseinandersetzung mit Fragen, die weit über das „Erklärbare“ hinausgehen, für interdisziplinäre Behandlungsteams im Umgang mit lebensbedrohlichen Diagnosen jedoch nahezu unverzichtbar sind. Die wissenschaftliche Herausforderung dieser Fragestellungen besteht darin, wie diese Konstrukte erfasst und gemessen werden können, aber auch wo die Grenzen des Messbaren sind.

Das Forschungsprojekt partizipiert an der Resilienzforschung, indem zunächst eine Recherche in fachspezifischen Datenbanken erfolgt. Anschließend werden palliativmedizinisch relevante Konzepte wie Salutogenese, Resilienz, Kohärenz, Lebensqualität, Lebenssinn und Interventionen wie würdenzentrierte Therapie, achtsamkeitsbasierte Verfahren, Biographiearbeit diskursanalytisch betrachtet. Aus den Ergebnissen werden Hypothesen generiert, welche von Expert_innen auf dem Gebiet der benannten Konzepte und Interventionen diskutiert werden. Die Erhebungen finden sowohl im Einzelsetting als auch in Fokusgruppen statt. Zusätzlich erfolgen Fokusgruppen mit Mitarbeitenden aus spezialisierten Einrichtungen der Hospiz- und Palliativversorgung.

In einer zweiten Phase werden die Perspektiven von Patient_innen und Angehörigen mittels narrativen und halbstrukturierten Interviews erfasst. Abschließend wird anhand der Zusammenhänge zwischen den zuvor aufgezeigten Interventionen und Konzepten eine Grounded Theory erstellt. Diese verfolgt das Ziel, mögliche Inkommensurabilitäten aufzudecken und Hinweise für die Erstellung potentieller Messinstrumente hervorzubringen.

Unterstützt wird das Projekt durch die Expertise des externen Kooperationspartners, zugleich Urheber der würdezentrierten Therapie, Prof. Dr. Harvey Chochinov.

PI
Prof. Dr. Constantin Klein

Projektmitarbeitende
Stephan Bethe (WMA)

Teilprojektbeschreibung
Ziel des Teilprojekts 7 ist es, die Beziehungen zwischen Resilienz und verschiedenen Facetten von Spiritualität empirisch an einer Stichprobe von Trauernden zu untersuchen und in diesem Rahmen neue Instrumente zur Messung spirituellen Wohlbefindens zu entwickeln.

Die Komplexität beider Phänomene macht es notwendig, sowohl Spiritualität als auch Resilienz differenziert sowohl quantitativ als auch qualitativ zu erfassen, wobei in der Untersuchung neben der Verwendung von Instrumenten, die sich im Zuge der Vorarbeiten als zielführend erwiesen haben, anteilig auch neue Möglichkeiten zur Erfassung getestet werden. In zwei Arbeitsphasen werden deshalb insgesamt N = 300 Trauernde zweimal mittels eines umfangreichen Fragebogens untersucht, während eine ausgewählte Substichprobe von n = 30 Personen in einer dritten Arbeitsphase zusätzlich im Rahmen eines Interviews zu Spiritualität und Resilienz befragt werden.

Ein besonderer Fokus im Teilprojekt liegt auf der Untersuchung von Spiritualität, die in Form von Erfahrungen und Vorstellungen von Transzendenz, in Form von spirituellem Coping sowie als spirituelles Wohlbefinden und Wachstum nach einer krisenhaften Erfahrung, also dem Tod einer oder eines nahen Angehörigen, erfasst wird. Damit wird der im Rahmenantrag des Gesamtprojekts vorgenommenen Charakterisierung von Spiritualität als interindividuell variierendem, dynamischem, multidimensionalem Transzendenzbezug entsprochen. In ähnlicher Weise wird auch der Komplexität und Dynamik von Resilienz i. S. der formulierten Arbeitsdefinition Rechnung getragen, indem Resilienz einerseits anhand bestehender, verhältnismäßig etablierter Resilienzmaße erfasst wird, die bisher ganz überwiegend auf den Fähigkeitsaspekt von Resilienz abheben, aber auch in Form einer spezifischen Konfiguration von Persönlichkeitsmerkmalen, über ausführliche Interviews und insbesondere mittels des in Teilprojekt 5 neu zu entwickelnden Resilienzinstruments.

PI
Prof. Dr. Eberhard Hauschildt

Projektmitarbeitende
Arndt Bialobrzeski (WMA)
Saskia Held (SHK)

Teilprojektbeschreibung
Das Teilprojekt 8 untersucht im Rahmen von Gruppendiskussionen, wie und anhand welcher Narrative Menschen in einer beruflichen oder ehrenamtlichen Caretaker-Rolle in Kliniken mit vulnerablen Patientinnen und Patienten interagieren und ihre Resilienz zu stärken versuchen. Besondere Berücksichtigung findet dabei die potentiell vorhandene religiös-spirituelle Ebene, da sich Spiritualität (bzw. Religion) genauso in interaktiven, dynamischen Prozessen vollzieht wie Resilienz.

Solche Prozesse finden häufig in Krisensituationen statt, in denen es zu emotional bedrängenden Unsicherheiten kommt und das Umfeld, besonders im klinischen Setting, auf ihre Mitmenschlichkeit hin angesprochen wird und sich dazu verhalten muss. Zentrales Element des Teilprojektes 8 bilden daher die durchzuführenden Gruppendiskussionen mit den beruflichen und ehrenamtlichen Care-Takern, die anhand der Dokumentarischen Methode nach Ralf Bohnsack ausgewertet werden, die zu den Standards qualitativer Sozialforschung gehört. Die Auswertungen werden im Austausch mit den anderen Teilprojekten diskutiert und die zu erwartenden Erträge für die Theorie seelsorgerlicher Arbeit zusammengeführt. Damit soll ein eigener Beitrag zum Ziel des Gesamtprojekts geleistet werden, eine interdisziplinär verantwortete, religions- und spiritualitätssensible Resilienztheorie zur Förderung einer entsprechenden Resilienzpraxis in Medizin, Therapie, Seelsorge und Spiritual Care zu erarbeiten.

Unterstützt wird das Teilprojekt 8 durch die sozialwissenschaftliche Expertise von Frau Prof. Dr. Claudia Schulz, Professorin für Theorie und Praxis der Diakoniewissenschaft und der Sozialen Arbeit an der Ev. Hochschule Ludwigsburg.

Publikationen

Erhalten Sie einen Überblick über unsere Publikationen. Fachspezifische Literatur, interdisziplinäre Publikationen – alles auf einen Blick.

Sammelbände

  • Breyer, T. / Sautermeister J. (Hg.), Resilienz im Horizont menschlichen Handelns. Begrifflich-konzeptionelle Sondierungen und wissenschaftstheoretische Vergewisserungen (Religion und Gesundheit 4), Stuttgart 2022.
  • Richter, C. (Hg.): An den Grenzen des Messbaren. Die Kraft von Religion und Spiritualität in Lebenskrisen, (Religion und Gesundheit 3), Stuttgart 2021 .
  • Gärtner, J. / Schmitz, B. (Hg.): Resilienznarrative im Alten Testament. Tagungsband der internationalen Fachtagung vom 30.01.2020-01.02.2020 in Rostock, FAT 156, Tübingen 2022.

Aufsätze

  • Bialobrzeski, A. / Hauschildt, E. (2021): Zum Spiritualitätsfaktor in resilienzförderlichen Gesprächen von Seelsorge, Psychotherapie und Medizin. Bericht über ein laufendes Forschungsprojekt, in: Pastoraltheologie 110/3, 101–119.
  • Bialobrzeski, A. / Hauschildt, E. (2021): Spiritual Care durch Seelsorge – zwischen religiösem Heilungsauftrag und Beitrag zur psychosozialen Gesundheit. Zur neuen Monographie von Simon Peng-Keller für Klinikseelsorger*innen im interprofessionellen Team, in: Pastoraltheologie 110/7 , 249–265.
  • Breyer, T. / Janhsen, A. (2021). Empathie als Desiderat in der Gesundheitsversorgung – Normativer Anspruch oder professionelle Kompetenz? In: C. Richter (Hg.), An den Grenzen des Messbaren. Die Kraft von Religion und Spiritualität in Lebenskrisen (RuG 3). Stuttgart: Kohlhammer.
  • Breyer, T. (i.E.). Resilience – its connections to vulnerability and crisis from analytic and phenomenological perspectives. International Journal of Theology and Philosophy.
  • Breyer, T. (2020). Eifer – Formen und Figuren eines ambivalenten Phänomens. Journal of Ethics in Antiquity and Christianity 2. S. 72-77. ISSN 2627-6062
  • Janhsen, A. (2021). Gerotranszendenz oder Gerotranzendance – Imperative für eine resiliente Persönlichkeit im höheren Lebensalter? Spiritual Care 10/2 (2021), 135-144.
  • Janhsen, A. (i.E.). Spiritualität im sehr hohen Alter – mehr als ein Bewältigungsmechanismus? In: Woopen, C. et al. (Hg.), Immer länger, immer besser leben? Normenwandel in der alternden Gesellschaft. Heidelberg: Springer.
  • Breyer, T. (2020). Der Zusammenhang von Empathie, Sympathie und Mitleid. In: T. Breyer, M. L. Herzfeld-Schild, E. Miteva & J. F. M. Schick (Hg.), Melancholie und Empathie. Freiburg: Alber.
  • Breyer, T. (2020). Parameter und Reichweite der Empathie: Theoretische Grundlagen und ethische Diskussionen. In: K.-P. Konerding, K. Jacob & W.-A. Liebert (Hg.), Sprache und Empathie: Linguistische und interdisziplinäre Zugänge. Berlin/Boston: de Gruyter.
  • Breyer, T. / Brudzinska, J. (i.E.). Resilienz und ihre Zusammenhänge mit Vulnerabilität und Krise aus analytischer und phänomenologischer Perspektive. In: M. M. Fischer, S. Lautenbacher, T. Wabel & J. Wieder (Hg.), Schmerz und Resilienz. Cham: Springer.
  • Gärtner, J. (2019): „Eine Frage der Gerechtigkeit? Identität durch Transformation am Beispiel der Gnadenformel in den späten Psalmen“, in: R. Ebach / M. Leuenberger, Tradition(en) im Alten Israels, FAT 127, Tübingen, 233-252.
  • Gärtner, J. (2021): „‚Und mein Schmerz steht mir immer vor Augen’ (Ps 38,18) – Schmerz als Ausdrucksform der Klage“, in: M. Bauks / S. Olyan (Hg.), Pain and Its Representation in Biblical, Post-Biblical, and Other Texts of the Ancient Eastern Mediterranean, FAT II, Tübingen.
  • Gärtner, J. (2021): “Klagen, beten, das Leben beweinen - Die Bedeutung der alttestamentlichen Forschung für das interdisziplinäre Gespräch im 21. Jahrhundert“, in: C. Richter (Hg.), An den Grenzen des Messbaren. Die Kraft von Religion und Spiritualität in Lebenskrisen, RuG 3, Stuttgart.
  • Gärtner, J. (i.E.): „The Reflection of Crisis – Resilience as an Aspect of Old Testament Anthropology exemplified by Ps 116”, "Vulnerability and Resiliene in the Prophetic Books and the Psalms”, in U. Schmidt et al. (Hg.), Vulnerability and Resilience in the Prophetic Books and the Psalms (bei den Herausgeberinnen).
  • Gärtner, J. (2020): „Vulnerabilität und Resilienz – Psalm 38 als Beispiel einer Verhältnisbestimmung”, in: H. Keul (Hg.), Theologische Vulnerabilitätsforschung. Gesellschaftsrelevant und interdisziplinär, Stuttgart.
  • Gärtner, J. (2022): Der (post-)moderne Begriff der Resilienz und die jüdisch-christliche Tradition. Eine Einführung in die Resilienznarrative im Alten Testament (zusammen mit Cornelia Richter), in: Resilienznarrative im Alten Testament. Tagungsband der internationalen Fachtagung vom 30.01.2020-01.02.2020 in Rostock, J. Gärtner / B. Schmitz (Hg.), FAT 156, Tübingen.
  • Gärtner, J. (i.E.): Tagungsskizze: Bd. Spiritual Care.
  • Gärtner, J.: Resilienz, in B. B. Janowski / J. Dietrich / U. Neumann-Gorsolke / A. Grund-Wittenberg (Hg.), Handbuch Alttestamentliche Anthropologie (HAA), erscheint bei Mohr Siebeck (im Druck).
  • Gärtner, J.: Dankbarkeit, in B. Janowski / J. Dietrich / U. Neumann-Gorsolke / A. Grund-Wittenberg (Hg.), Handbuch Alttestamentliche Anthropologie (HAA), Tübingen: Mohr Siebeck (im Druck).
  • Geiser, F. / Hiebel, N. / Rabe, L.-M. / Maus, K. (2021): "Gibt es die „resiliente Persönlichkeit“?" Spiritual Care, 10 (2): 117-127. https://doi.org/10.1515/spircare-2020-0125
  • Hauschildt, E. (2021): Welche Hilfe in der Krise können und wollen „Caretaker“ geben, wenn Spiritualität“ gesucht wird? – Zwischen fachlich-beruflichen Rollen und individueller „Menschlichkeit“, in: C. Richter (Hg.): An den Grenzen des Messbaren. Die Kraft von Religion und Spiritualität in Lebenskrisen (RuG 3), 145–161.
  • Hauschildt, E. (2021): Religiöse bzw. nicht-religiöse Spiritualität und die Kommunikation des Evangeliums – praktisch-theologische und hermeneutische Erwägungen, in: C. Landmesser / D. Schlenke (Hg.): Nachdenken über Gott. Theologie im Spiel der Disziplinen, Leipzig.
  • Hauschildt, E. (2021): Leistungsfähigkeit und Grenzen des Spiritualitätsbegriffs im Gesundheitssektor. Der Text des WHO-Generalsekretärs Halfdan T. Mahler von 1983 und seine Kontexte; erscheint demnächst in: A. Munzinger/ B. Harbeck-Pingel (Hg.), Christentum im Werden. Theologische Theoriebildungen (Marburger Theologische Studien), Leipzig.
  • Hiebel, N. / Rabe, L.-M. / Maus, K. / Peusquens, F. / Radbruch, L. / Geiser, F. (2021): Resilience in Adult Health Science Revisited – A Narrative Review Synthesis of Process-Oriented Approaches. Frontiers in Psychology, 12. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2021.659395
  • Klein, C. / Bethe, S. (2021): Messbare Ausschnitte des Unermesslichen? Wie Spiritualität und spirituelles Wohlbefinden in der sozial- und gesundheitswissenschaft­lichen Forschung gemessen werden können. In C. Richter (Hrsg.), An den Grenzen des Messbaren. Die Kraft von Religion und Spiritualität in Lebenskrisen, 117-143. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Maus, K. / Peusquens, F. / Rabe, L.-M. / Radbruch, L. (2021): Resilienz, Kohärenz, Lebenssinn sowie andere Konzepte und Begriffe in der Palliativversorgung - eine Standortbestimmung. Spiritual Care, 10 (2): 145-155. https://doi.org/10.1515/spircare-2020-0121
  • Peusquens, F. / Maus, K. / Radbruch, L. (2021): Die Pfeile des wütenden Geschicks ertragen – Umgang mit lebensbedrohlichen Erkrankungen, in: C. Richter  (Hrsg.) An den Grenzen des Messbaren. Die Kraft von Religion und Spiritualität in Lebenskrisen. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Opalka, K. (2021): Was man erzählen kann, wenn man an seine Grenzen kommt. Zur Bedeutung der Narrativität im Resilienzdiskurs, in: C. Richter (Hrsg.), An den Grenzen des Meßbaren. Die Kraft von Religion und Spiritualität in Lebenskrisen, (RuG 3), 97-115
  • Opalka, K. (2021): “On healing”: Paul Tillich’s contribution to current research on resilience, in: JRAT Sonderheft “Religion and Disease”.
  • Richter, C. / Geiser, F. (2021): „Hilft der Glaube oder hilft er nicht?“ Von den Herausforderungen, Religion und Spiritualität im interdisziplinären Gespräch über Resilienz zu erforschen, in: C. Richter (Hg.): An den Grenzen des Messbaren (Religion und Gesundheit 3), Kohlhammer: Stuttgart 2021, 9–36.
  • Richter, C. / Peng-Keller, S. (Hgg.) (2021): Resilienz im Kontext von Spiritual Care. Themenheft der Zeitschrift Spiritual Care (Band 10, Heft 2), de Gruyter: Berlin.
  • Richter, C. / Alles, T. (2021): „… und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Bonhoeffer als „role-model“ für Resilienz?, in: Spiritual Care 10/2, 156–164.
  • Richter, C. (2021): Integration of Negativity, Powerlessness and the Role of the Mediopassive, erscheint in: Interdisciplinary Journal for Religion and Transformation in Contemporary Society 7/2.
  • Sautermeister, J. (2021): Sinnverheißende Gegenwart?! Achtsamkeit zwischen Therapie und spiritueller Lebensform, in: C. Richter (Hg.), An den Grenzen des Messbaren. Die Kraft von Religion und Spiritualität in Lebenskrisen (RuG 3), 59-77
  • Sautermeister, J. (2021): Mit Mehrdeutigkeit und Ungewissheit leben können. Zum Wechselverhältnis von Ambiguitätstoleranz, Resilienz und Spiritualität, in: Spiritual Care 10 [https://doi.org/10.1515/spircare-2021-0001]
  • Streib, H. / Klein, C. / Keller, B. / Hood, R. W. (2021): Assessing Spirituality as Individualized Experience-Oriented Religion. The Mysticism Scale and Its Short Form. In A. L. Ai / K. A. Harris / P. Wink (Hg.), Assessing Spirituality and Religion in a Diver­sified World: Beyond the Mainstream Perspective, 467-491, New York: Springer.
  • Zwingmann, C. / Klein, C. (2020): Religion and Health from the View of Psychology of Religion: Empirical Results – Possible Pathways – Cultural Context. In B. Jakob & B. Weyel (Eds.) Spirituality, Mental Health, and Social Support. A Community Approach, 38-55, Berlin: de Gruyter

Rezensionen

  • Mirjam Mezger: Religion, Spiritualität, Medizin. Alternative Religiosität und Palliative Care in der Schweiz, Bielefeld: transcript 2018. Zeitschrift für medizinische Ethik (i.E.); Anna Janhsen.

Das ist uns wichtig

Erfahren Sie, wie bei uns die Nachwuchsförderung aussieht, welche Rolle das Thema Gleichstellung bei uns spielt und welche Bedeutung Kooperationen für unsere Arbeit als interdisziplinäre Projektgruppe haben.

Nachwuchsförderung

Nachwuchsförderung spielt in unserem Projekt eine große Rolle. Wie sie im Detail aussieht erfahren Sie an dieser Stelle in Kürze.

Gleichstellung

Gleichstellungsmaßnahmen sind Teil unserer Projektarbeit und zielen auf die Erhöhung des Frauenanteils in der Wissenschaft.

Weitere Informationen zum Thema Chancengleichheit in der Wissenschaft bei der DFG finden Sie auf der Website der DFG.

Die Position der Sprecherin der FOR ist mit Prof. Dr. Cornelia Richter weiblich besetzt. Auf der Ebene der Projektleitung können wir drei Professorinnen gegenüber sechs Professoren aufweisen. Auf der Ebene der Wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen sind derzeit acht von zwölf Stellen mit weiblichen Mitarbeiterinnen besetzt, von denen sich drei bereits in der PostDoc-Phase befinden. Wir sind mit unseren Maßnahmen und Veranstaltungen um eine Sensibilisierung für die Genderthematik in der Wissenschaft bemüht und möchten den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs ermutigen, auch nach der Promotionsphase in der Wissenschaft zu bleiben.

Das Modul Chancengleichheit der DFG finanziert unsere Bemühungen pauschal. Wir setzen diese Mittel ein, um unseren Mitarbeiterinnen der Teilprojekte verschiedene Fördermaßnahmen zu ermöglichen. Dazu zählen neben den gemeinsamen Workshops mit allen Teilprojektleiter*innen und Mitarbeiter*innen zu verschiedenen Themen von Wissenschaft und Gender auch Einzelcoachings. Diese Einzelcoachings werden in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Uni Bonn geplant und sind auf die individuellen Bedürfnisse und Anfragen der Mitarbeiterinnen zugeschnitten. In einer ersten Phase werden Coachings zu Themen der Karriereplanung, (Selbst-)Präsentation, Organisation und Strukturierung der Promotionsphase sowie Konfliktmanagement angeboten. Für Mitarbeiter*innen mit Kindern stehen darüber hinaus Mittel zur Notfallkinderbetreuung und zur Kinderbetreuung während unserer Veranstaltungen, die außerhalb der Kernarbeitszeit stattfinden, zur Verfügung.

Der erste Gleichstellungsworkshop wurde zusammen mit Prof. Aileen Fyfe der University of St. Andrews (UK) durchgeführt. Prof Fyfe hat uns ihre Arbeit zur Geschichte von Frauen in der Forschung anhand der Royal Society präsentiert. Ausgehend von diesem Aufschlag wurde intensiv über die strukturelle und gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen in der Wissenschaft sowie die Vereinbarkeit von Familien- und Karriereplanungen diskutiert.

Der zweite Gleichstellungs-Workshop fand am 29.01.2021, trotz der durch den Lockdown eingeschränkten Möglichkeiten, statt. Für diese als Online-Workshop realisierte Veranstaltung konnten wir Frau Prof. Dr. Susanne Völker und Karolin Kalmbach der Universität zu Köln gewinnen, die zur Thematik "Gender Studies und Gleichstellung in der Wissenschaftscommunity" vortrugen. Der Blog-Post und Worshop-Bericht können hier aufgerufen werden: Link zum Blog-Beitrag.

Kooperationen

Auch die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen ist für unser Projekt von großer Bedeutung. Details folgen in Kürze.


Eindrücke vom Projekt

In einem ersten Videobeitrag sprechen die Nachwuchswissenschaftler*innen der DFG-FOR 2686 einen kurzen Einblick in ihre interdisziplinäre Forschung. Dabei sprechen sie darüber, vor welche Herausforderungen einen der interdisziplinäre Zugang stellt, aber auch darüber, wie groß der Erkenntnisgewinn sein kann, wenn man sich darauf einlässt.

Resilienz in Religion und Spiritualität: Junge Forscher*innen interdisziplinär
Video nicht gefunden

Kontakt

Avatar Richter

Prof.'in Dr. Cornelia Richter

Sprecherin

+49 228 73-4171

Avatar Armbruster

Ann-Kathrin Armbruster

Koordination

+49 228 73-6731

Lesen Sie auch

Weitere Projekte

Erhalten Sie eine Übersicht der weiteren Projekte.

Veranstaltungen

Vergangene und kommende Veranstaltungen des Projekts.

Resilienz-Updates

Blog der Projektgruppe mit regelmäßigen Updates zur Forschung.

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