Wir vermitteln die Welt des Neuen Testaments. Von kanonisch gewordenen Texten über apokryphe Erzählungen bis zur Popkultur. Dabei verbinden wir die Vermittlung bewährter neutestamentlicher Analysewerkzeuge mit unerwarteten interdisziplinären Zugängen. Gemeinsam mit unseren Studierenden aus unterschiedlichen Studiengängen erproben wir moderne Lehrformate und etablieren neue Methoden. Forschendes Lernen findet bei uns auf Exkursionen durch den antiken Mittelmeerraum ebenso so statt wie in digitalen Welten.

Religion Digital

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© © Screenshot of the 2018 video game Celeste, von czar, Wikimedia Commons, Bearbeitung: Beschnitt, lizensiert unter CC BY-SA 4.0. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Celeste_screenshot_02.png

Populäre Videospiele wie Assassin’s Creed, BioShock Infinite oder World of Warcraft sind von christlich-religiösen Elementen und Motiven durchdrungen – ein überraschender Befund in unserer post-säkularen Gesellschaft. In der theologischen Lehre bleiben Videospiele bislang jedoch weitgehend unbeachtet. Das Lehrprojekt Religion Digital setzt hier an: Es erschließt Videospiele als Gegenstände theologischer Reflexion und nutzt sie zugleich als innovatives didaktisches Medium. Ziel ist es, Bildung für eine digitalisierte Welt zu ermöglichen und die Studierenden dazu zu befähigen, religiöse Phänomene in einer immer digitaler werdenden Welt zu analysieren und diese zugleich in ihrer Bezugnahme auf ältere und biblische Traditionsstoffe zu verstehen.

Förderlinie vielfältig.nachhaltig.digital
Projektlaufzeit: 2024–2027
Projektleitung: Prof. Dr. Jan Rüggemeier
Projektbeteiligte und Mitarbeitende: PD Dr. Ruben Bühner, Lara Mührenberg, Kai Victor Pelzer

Lehrveranstaltungen

Im SoSe 2025 und 2026 haben Jan Rüggemeier, Lara Mührenberg und Ruben Bühner gemeinsam das Blockseminar Das ist das Ende – Die Offenbarung des Johannes in heutiger Gaming Culture mit Studierenden aus unterschiedlichen ev.-theol. Studiengängen durchgeführt. Das Ziel des Seminars ist, dass die Studierenden – neben der Vertiefung hermeneutischer Kompetenzen – Methoden neuer digitaler Zugänge erlernen und unmittelbar anwenden. 2025 haben wir die Videospiele Darksiders, The Binding auf Isaac, Elden Ring, Everybody's Gone to the Rapture, I have no mouth and I must scream und Sancticide gespielt, die Motive der Johannesoffenbarung herausgearbeitet und wissenschaftlich ausgewertet. Im Seminar erstellten die Studierenden kurze Video-Game-Essays, die wir auf unserem Instagram-Kanal NTmeetsRP@Bonn veröffentlicht haben.

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© © solo es una imajen, von rpgmeiker, Wikimedia Commons, Bearbeitung: Beschnitt, lizensiert unter CC BY-SA 4.0. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:ZgKoXGOAFzxUSaP6F7lCGLSM.webp

Urbane Religionsvielfalt Digital

Die Koexistenz verschiedener „Religionen“ in der (spät)antiken Stadt ist in den Altertumswissenschaften allgegenwärtig. Doch die Beschäftigung mit diesem Thema steht vor einem gravierenden Visualisierungsproblem, denn Ruinen gewähren nur eine bruchstückhafte, statische Momentaufnahme. Lehrrelevante Aspekte wie städtebauliche Entwicklungen, soziale Durchmischung, Mobilität und räumliche Koexistenz von Religionen lassen sich kaum illustrieren. Exkursionen sind mit hohem Zeitaufwand, geringer Ressourceneffizienz und fehlender Barrierefreiheit verbunden. Ziel des interdisziplinären Projektes Urbane Religionsvielfalt Digital ist es daher, drei für die Metropolregion Rom exemplarische multireligiöse Interaktionsorte zu untersuchen und mittels 3D-Dokumentation und 3D-Rekonstruktion in virtuelle Lehrinhalte zu überführen.

Förderlinie vielfältig.nachhaltig.digital
Projektlaufzeit: 2022–2025
Projektleitung: Prof. Dr. Jan Rüggemeier, Prof. Dr. Sabine Feist (Christliche Archäologie)
Projektbeteiligte und Mitarbeitende: Dr. Matthias Lang (BCDH), Sophie Sternberg, Lena Recker, Lara Mührenberg

Lehrveranstaltungen

Drei Summer Schools (2023–2025) führen die Studierenden der Ev. Theologie und Christlichen Archäologie unter der Betreuung von Jan Rüggemeier, Sabine Feist und Matthias Lang (BCDH) nach Rom. In den ersten beiden Jahren standen die Synagoge von Ostia und die Kirche S. Sabina in Rom im Fokus. Gemeinsam mit den Studierenden haben wir das Zusammenleben unterschiedlicher religiöser Gruppen im urbanen Raum untersucht und zudem die Relikte der Synagoge von Ostia Antica sowie die Holztür und den Kircheninnenraum von S. Sabina in einem umfangreichen Scan-Vorgang digital erfasst. Die 3D-Modell finden ihren Einsatz in Lehre, Forschung und Vermittlung.

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© Lara Mührenberg

Methoden der neutestamentlichen Exegese

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
© Cover der 2. Auflage (KI-generiertes Bild mit nachträglichen Ergänzungen)

Wir lehren im Proseminar auf Grundlage unseres eigenen Methodenbuchs „Methoden der neutestamentlichen Exegese“. Die Methoden der neutestamentlichen Bibelauslegung haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Neben den traditionellen „Werkzeugen“ der historisch-kritischen Methode arbeiten wir mit neuen Ansätzen aus Linguistik, Literaturwissenschaft und Psychologie. Wir nehmen die vielfältige Praxis der Bibelexegese methodisch auf und überführen sie in ein eingängiges, integratives Gesamtmodell der Textauslegung. In den letzten Semestern haben wir eine Reihe neuer Ansätze in unsere Lehrveranstaltung integriert: den Übersetzungsvergleich als Teil der Textbestimmung für Studierende ohne Griechischkenntnisse, eine wissenschaftliche Analyse von nicht-kanonisch gewordenen Quellen und Bildquellen aus dem „erweiterten Christus-Universum“ und last but not least die Queere Exegese (Beyoncé-Methode).

Middle Meets – Dialog statt Distanz

Wir sind Teil des interkulturellen und interreligiösen Seminars Middle Meets – Dialog statt Distanz zum israelisch-palästinensischen Konflikt. Bonner Studierende treffen in hybriden Veranstaltungsformaten auf Kommiliton*innen aus Israel und Palästina, um sich auszutauschen und gemeinsam nach Antworten zu suchen. Prof. Dr. Elitzur Bar-Asher Siegal von der Hebrew University in Jerusalem hat Middle Meets zusammen mit jüdischen und palästinensischen Studierenden ins Leben gerufen. Das Ziel von Middle Meets ist ein echter Dialog zwischen Menschen, die auf unterschiedlichen Seiten eines jahrzehntelangen Konfliktes stehen.

Im SoSe 2025 fand das erste Seminar unter der Leitung von Jan Rüggemeier und Esther Gardei statt.

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Figurenorientierte Bibelkunde

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
© Szenen aus dem Leben Petri, Sarkophag, um 300, römisch (© New York, Metropolitan Museum of Art, lizensiert unter CC0, https://www.metmuseum.org)

Die Bibelkunde NT vermittelt Kenntnisse über das Erweiterte Christus-Universum von den Anfängen der Jesusbewegung bis in die Gegenwart. Während viele bibelkundliche Lehrkonzepte sich auf den Aufbau einzelner Schriften konzentrieren und vor allem die kanonisch-gewordenen Texte des Neuen Testaments fokussieren, verfolgen wir eine breitere und zugleich zeitgemäße Herangehensweise, die eine grundlegende Einführung in die Welt neutestamentlicher Narrationen und ihrer vielfältigen Rezeptionen bietet. Im Mittelpunkt stehen die wichtigsten Figuren der Jesusüberlieferung, die exemplarisch durch unterschiedliche Texte und Medien von ihren Anfängen bis in die Gegenwart verfolgt werden. Kanonisch-gewordene Texte und außerkanonische Traditionen stehen dabei als gleichberechtigte Quellen nebeneinander. Auf diese Weise schaffen wir einen nachhaltigen Zugang zu den neutestamentlichen Erzählwelten.

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