Über das Projekt
Das Reinhart-Koselleck-Projekt „Entwicklung eines interdisziplinären Konzepts der „ambivalenzsensiblen Nachdenklichkeit“. Reflexive Resilienz für junge Fachkräfte im Gesundheitswesen und in Seelsorge/Spiritual Care“ baut auf den Ergebnissen verschiedener Forschungsprojekte der Forschungsgruppe „Resilience and Humanities“ auf. Diese interdisziplinären Forschungsprojekte und Lehrformate zeigten alle, dass in professionellen Settings verschiedener Disziplinen die Fähigkeit zur Reflexion und Kriseneinschätzung verlangt wird, die komplexe Situationen betrachtet und dabei mit Vulnerabilität, Ambiguitäten und Ambivalenzen umgehen muss.
Ziele
Der Begriff der Ambivalenz (und angrenzende Konzepte wie Ambiguität, Unsicherheit und Vulnerabilität) wird sowohl in der Theologie als auch der Medizin gebraucht und diskutiert. Dabei legen die beiden Disziplinen den Fokus jedoch auf jeweils unterschiedliche Aspekte der Ambivalenz, untersuchen sie in unterschiedlichen Settings und bewerten sie unterschiedlich. Aufbauend auf der Kooperation im Zuge der Forschung zu „Resilience and Humanities“ soll dieses Projekt in interdisziplinärer Zusammenarbeit die Perspektiven der Theologie und der Medizin auf den Ambivalenzbegriff aufgreifen, die Konzepte der verschiedenen Disziplinen vergleichen und ein interdisziplinäres Ambivalenzkonzept entwickeln. Dieses Konzept soll nicht nur auf theoretischer Ebene arbeiten, sondern konkrete Situationen aus der Praxis beider Disziplinen einbeziehen. Auf diese Weise soll es für interdisziplinäre und interprofessionelle Lehrformate der Professionen beider Disziplinen anschlussfähig sein.
Das Projekt entwickelt einen theoretischen Ansatz „ambivalenzsensibler Nachdenklichkeit“, welcher sowohl das mediopassive Aushalten als auch die Reflexion ambivalenter Situationen einschließt. Durch diese Akzeptanz der inhärenten Ambivalenz der jeweiligen Situation ohne den Verlust von Agency kann diese Ambivalenz ihr konstruktives Potential entfalten.
Vorgehen
Das interdisziplinäre Forschungsprojekt kombiniert Impulse aus der Theologie und der Medizin, um eine umfassende Theorie „ambivalenzsensibler Nachdenklichkeit“ zu entwickeln, die für die Praxis anschlussfähig ist Dazu werden die existierenden Konzepte von Ambivalenz in beiden Disziplinen erarbeitet und in Austausch miteinander gebracht, wobei auch die Praxis der Professionen beider Disziplinen in den Blick genommen wird. Die Zusammenarbeit folgt auf vorausgehende Kooperationen und baut auf den dort kultivierten Austausch der Disziplinen auf.
Kontakt
Prof.'in Dr. Cornelia Richter